Luftaufnahme der Warendorfer Altstadt

Erneuerbare Energien

Erneuerbare Energien

Die Erneuerbaren Energien haben in der Stadt Warendorf einen bilanziell hohen Anteil an der Stromversorgung. Es sind rund 100 % des Strombedarfs, allerdings mit den von Sonne und Wind abhängigen Schwankungen bei der Produktion.

Zahlen- und leistungsmäßig dominieren (noch) die vielen PV-Anlagen, teils zusätzlich mit Batteriespeichern ausgestattet. Bei der installierten Leistung macht sich bei Windkraft und Biomasse (vor allem Biogasanlagen) die Größe der einzelnen Anlagen bemerkbar.

Wasserkraft spielt keine nenneswerte Rolle, die Kraft-Wärme-Kopplung wurde - trotz vornehmlich Gas als Energieträger - in die Darstellung einbezogen.

In den Jahren bis 2028 wird sich die Aufteilung voraussichtlich deutlich verschieben. Während PV-Anlagen mit Speichern weiter kontinuierlich wachsen werden, ist bei den Windkraftanlagen ein großer Sprung zu erwarten. Der Anteil der Windkraft aus den neuen modernen Anlagen wird dann vermutlich die installierte Leistung bei den PV-Anlagen um das Doppelte übertreffen. 



Die tages- und jahreszeitlichen Schwankungen werden in den nachfolgenden Grafiken deutlich. An einem sonnigen Maitag (23. Mai 2024) übersteigt die PV-Leistung den Bedarf in der Mittagszeit deutlich, an einem trüben Wintertag ist vom PV-Strom wenig zu sehen. Die Wasserkraft wurde angesichts der geringen Mengen nicht berücksichtigt.

Der große Abstand der Verbrauchskurve von der Erzeugungsleistung im Dezember (mittags ca. 4facher Verbrauchsbedarf) deutet die jahreszeitlichen Unterschiede an. Während die Biomasse (vor allem Biogas) kontinuierlich produziert, sind bei der gefürchteten Dunkelflaute Wind und Sonne nahezu "ausgeschaltet".



Hinweise zu den Grafiken:

  • Stand ist der 31.12.2024
  • Die Daten wurden von den Stadtwerken Warendorf zur Verfügung gestellt
  • Bei der Windkraft sind die direkt in die höhere Mittelspannungsebene einspeisenden Anlagen nicht berücksichtigt.
  • Für die Auswertung und Darstellung wurde die Ergebnisse teils auf Basis simulierter Lastgänge berechnet





  • Windkraft

    Windenergie in Warendorf

    Die Windenergie ist die entscheidende Größe bei der Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare Energien. Im Stadtgebiet Warendorf sind zurzeit 21 Windkraftanlagen älteren Datums in Betrieb. Mit Stand 24.06.2026 sind 25 Anlagen modernen Typs genehmigt. Die ersten Inbetriebnahmen dieses Typs erfolgten Anfang 2026 im Ortsteil Milte mit 5 Anlagen (insgesamt ca. 29 MW inst. Leistung). Weitere moderne Anlagen werden ab 2026 folgen.

    Informationen zu den bestehenden und geplanten Anlagen finden Sie unter den nachfolgenden Adressen:

    Bestandsanlagen
    Energieatlas NRW (alle Erneuerbaren Energien)
    Öffentliche Daten im Marktstammdatenregister (alle Erneuerbaren Energien)

    Geplante Anlagen
    Übersicht geplante Anlagen (Geodaten Kreis Warendorf)
    Übersicht Umweltverträglichkeitsstudien (NRW)

    In der obigen Karte wird die Lage derjenigen Windparks in und um Warendorf angezeigt, die im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen des §6 EEG sowie des BürgerEnergieGesetzes NRW vertragliche Vereinbarungen zur Zahlung von Windabgaben an die Stadt Warendorf abgeschlossen haben und in Kürze abschließen werden.

    Windabgaben

    Mit Beschluss vom Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschuss (10.02.2025) wurde die Verwaltung der Stadt Warendorf, mit den verschiedenen Windanlagenbetreibern Verträge über Windabgaben abzuschließen bzw. Beteiligungsvereinbarungen gemäß Bürgerenergiegesetz NRW zu treffen.

    Für die nachfolgend aufgeführten Windparks liegen bereits rechtskräftige Verträge vor. Hier erhält die Stadt Warendorf anteilig nach dem Flächenanteil innerhalb 2,5 km um die jeweilige Windkraftanlage eine jährliche Abgabe in Höhe von 0,2 Cent pro eingespeister kWh Strom.

    Leistung [in MW]

    Anzahl WKA

    Betreiber

    Standort

    Anteil Warendorf

    Laufzeit in Jahren

    1,8

    1

    RWE Wind Onshore & PV Deutschland GmbH

    Sassenberg

    2,3 %

    5

    28,5

    5

    UGE Everswinkel GmbH & Co KG

    Everswinkel

    ca. 10%

    20

    13,6

    2

    UGE Sassenberg Zwei GmbH & Co KG

    Everswinkel

    ca.45%

    20

    8

    4

    QE Portfolio 2 GmbH & Co. KG (Qualitas)

    Sassenberg

    ca. 15 %

    2

    6,82

    Bürgerenergiegesellschaft Windpark Bever GmbH & Co. KG

    Glandorfca. 3 %20
    16,83AlterricSassenbergca. 10 %20
    16,85Juwi 264Sassenbergca. 6,5 %20
    16,83LHI EE InvestSassenbergca. 3,5 %20
    23,564Stadtwerke MünsterWarendorfca. 60 %20
    8,42

    Beelen-Woeste BürgerWind 

    Beelenca. 27 %3
    57,68Bürgerwind Hoetmar FreckenhorstWarendorfca. 95 %5
    5,561

    Energiequelle GmbH

    Ennigerlohca. 42 %20
    11,562

    Energie & Landwirtschaft Invest GmbH & Co. KG

    Warendorfca. 65 %20
    Windforum in Warendorf (Juni 2026)

    Am 16.06.2026 fand im Sparkassenforum in Warendorf eine Informationsveranstaltung zur Windkraft in Warendorf statt. Eingeladen waren alle Interessierten, die sich über den aktuellen Stand der Entwicklungen bei der Windkraft in und um Warendorf informierten wollten. Rund 80 Bürger sind der Einladung gefolgt.

    Die drei Referenten Paul Hartmann (Stadt Warendorf), Kai Solinski (BBWind) sowie Elmar Kersting (Sparkasse Münsterland Ost), zeigten gemeinsam mit den anwesenden Projektierern und Betreibern die verschiedenen Aspekte und Entwicklungen in den Vorträgen sowie bei den Fachgesprächen im Foyer auf.

    Vortrag Paul Hartmann (Stadt Warendorf)
    Vortrag Kai Solinski (BBWind)
    Elmar Kersting (Sparkasse)

    Windforum in Milte (Jan 2024)

    Die Zielsetzungen und Maßnahmen der Bundesregierung zum beschleunigten Ausbau der erneuerbaren Energien zeigen Wirkung. Im Raum Milte sind es aktuell fünf Projektgruppen, die dort Windkraftanlagen errichten wollen. Um den Milter Bürgern einen Einblick in den Stand der Entwicklung zu bieten, hatte die Stadt Warendorf zu einer Info-Veranstaltung mit den Projektgruppen am 23.01.24 in der Milter Schützenhalle eingFür eladen.

    Im Umwelt- und Mobilitätsausschuss der Stadt Warendorf haben im Laufe des Jahres 2023 mehrere Projektgruppen ihre Planungen zur Errichtung von Windkraftanlagen in Warendorf öffentlich vorgestellt. Ein Planungsschwerpunkt ist dabei der Raum Milte. Dies war Anlass für die Stadtverwaltung Warendorf für die Info-veranstaltung.
    Bei der Veranstaltung wurden die Grundzüge der Windplanung, die gesetzlichen Beteiligungsmöglichkeiten sowie die jeweils aktuellen Entwicklungsstände der Projekte erläutert. Die Projektgruppen informierten über jeweils ihre geplanten Standorte und Zeitplanungen und standen vor und nach den Vorträgen mit ihren Vertretern für Fragen zur Verfügung.

    Bürgermeister Peter Horstmann in Milte

    Für die Veranstaltung war eine Anmeldung erforderlich und es fand eine namentliche Eingangskontrolle statt. Hintergrund war das Ziel, eine geordnete Veranstaltung für alle Teilnehmer durchführen zu können.

    Klimaschutzbeauftragter Paul Hartmann in Milte 
    Tagesordnung
    1. Begrüßung durch Bürgermeister Peter Horstmann
    2. Vortrag Stadt Warendorf (Paul Hartmann)
    3. Vorstellung der Windkraftprojektierer 
      - Bürgerwind Milter Mark (nicht anwesend)
      - UKA 
      - Stadtwerke Münster 
      - wpd (nicht anwesend)
      - GPJoule
    4. Diskussion / Fragerunde
  • Solarenergie

    Die Energie der Sonne nutzen wir passiv oder aktiv. Passive Nutzung ist es, wenn bspw. Sonnenlicht durch das geschlossene Fenster einstrahlt und die Solarwärme im Gebäude bleibt. Aktiv wird Solarenergie genutzt, wenn wir z.B. mit Photovoltaik-Anlagen Strom aus Sonnenlicht oder mit Solarthermie Solarwärme erzeugen.

    Das Solarpotenzialkataster der Stadt Warendorf bietet die Möglichkeit, das eigene Hausdach auf die Nutzung von Solarenergie zu prüfen - in energetischer sowie in wirtschaftlicher Hinsicht.

    Solarthermie

    Anlagen zur Nutzung der Sonnenwärme (sogenannte Kollektoren oder in einfacher Version als Absorber) sind seit dem 18. Jahrhundert bekannt. Dabei wird die Strahlung der Sonne über die dunklen Oberflächen der Kollektoren gesammelt und der Flüssigkeit in den Kollektorröhren als Wärmeenergie zugeführt. Je besser die Wärmeisolierung der Kollektoren ist, desto mehr Wärme steht für die Nutzung  zur Verfügung. Die Wärme wird dann über Leitungen zu einem  Wärmespeicher – zumeist in Verbindung mit einem Wärmetauscher - geführt.

    Eine Absorberanlage mit schwarzen Schläuchen auf dem Dach wird beim Freibad in Warendorf genutzt. Seit 2008 erspart sie jährlich rund 175.000 KWh Erdgas und damit 35 Tonnen CO2. Mehrere hundert Kollektoranlagen auf den Hausdächern (genaue Zahlen liegen nicht vor) tragen in Warendorf zur CO2-Vermeidung bei.

    Photovoltaik

    Photovoltaik-Anlagen (PV) haben sich seit etwa dem Jahr 2000 in Deutschland von einer Nischenanwendung für Technikbegeisterte zu einem weit verbreiteten Standard auf Hausdächern entwickelt. Den entscheidenden Anstoß für diese Entwicklung brachte die Einspeisevergütung, die im Erneuerbaren-Energie-Gesetz (EEG) mit allen begleitenden Verordnungen und Gesetzen (z.B. auch die EEG-Umlage, die in 2022 abgeschafft wurde) geregelt wird. Seit kurzem kommen vermehrt sog. Balkon-Solaranlagen dazu. Sie sind vergleichsweise unkompliziert zu installieren und kosten nur wenige hundert Euro.

    Mit Stand vom 17.04.2023 waren es 2.381 Anlagen, am 20.09.2023 bereits 2.776, genau ein Jahr später am 20.9.2024 sind es 3.535 und am 1.4.2025 sind es 3.840 PV-Anlagen.
    Dazu zählen auch die kleineren Balkon-Anlagen. Deren Anzahl hat sich vom 20.9.2023 mit 220 Anlagen zum 1.4.2025 auf 580 Stück erhöht.
    Am 20.09.2023 beträgt die installierte Nettoleistung 46.555 KW, am 1.4.2025 sind es 57.500 KW. Damit werden aktuell ca. 55 Gigawattstunden Strom pro Jahr erzeugt.

  • Wasserkraft

    Nach Zählungen der Preußischen Regierung waren im Deutschen Kaiserreich im Jahr 1895 noch 18.362 Windmühlen und 54.529 Wassermühlen in Betrieb, von denen bei den erstgenannten 97 % und bei den zweitgenannten knapp 60 % Getreidemühlen waren. Für NRW waren einstmals 4.500 Kleinwassermühlen gezählt worden. Der Geograph Harald Westbelt erfasste in den 1980er Jahren in seiner Diplomarbeit (1986) allein für den Einzugsbereich der Ems oberhalb der Warendorfer Emsmühle 150 Anlagenstandorte.

    Wasserkraft spielt für die Energieversorgung in Warendorf aktuell keine Rolle. Am Standort Kloster Vinnenberg ist eine historische Anlage mit Wasserrad zu besichtigen. Das Emskraftwerk in Warendorf sollte zwischenzeitlich mit modernen Turbinen reaktiviert werden, was sich aber vor allem aus ökonomischen Gründen wieder zerschlagen hat.

  • Biogas

    Bei der Zersetzung von organischem Material bilden sich natürliche (Faul)Gase. Für die Produktion von Biogas wird in einem Fermenter Biomasse in einem mehrstufigen Prozess unter dem Ausschluss  von Sauerstoff und Licht vergoren. Als Ausgangsmaterial dienen Energiepflanzen, tierische Exkremente (Gülle, Mist) oder  Abfall- und Reststoffe wie z. B. Speisereste. 

    Das so entstandene Biogas wird entweder direkt in einem BHKW (Blockheizkraftwerk) zur Wärme- und Stromerzeugung genutzt oder zu Biomethan aufbereitet. Bei der Aufbereitung zu Biomethan wird Biogas getrocknet und entschwefelt, außerdem wird das enthaltene CO2 abgeschieden. Biomethan hat die gleichen chemischen und brenntechnischen Eigenschaften wie Erdgas und ist in der Anwendung genauso effizient und zudem nahezu klimaneutral. Denn das bei der Verwendung anfallende CO2 stammt aus den organischen Einsatzstoffen, die das CO2 zuvor aus der Atmosphäre aufgenommen haben. 

    Biogas kann gut gespeichert werden und kann damit im zukünftigen Energiemix bei sogenannten Dunkelflauten (keine Sonne, kein Wind) aus erneuerbaren Energien eine hohe Bedeutung erreichen. Aktuell ist der Beitrag der knapp ein Dutzend Biogasanlagen im Stadtgebiet Warendorf eher gering.


  • Energieberatung

    In der Warendorfer Altstadt (Altstadtbüro am Krickmarkt 13) wird zu regelmäßigen Terminen über der Kreis Warendorf eine Energieberatung der Verbraucherzentrale NRW angeboten. Alle Informationen dazu über finden sich auf der Homepage des Kreises.

    Zertifizierte Energieberater in Warendorf und Umgebung lassen sich über die Energie-Effizienz-Experten-Liste finden. Über die Suchmaske kann eine gezielte Recherche nach verschiedenen zertifizierten Leistungen erfolgen. Die Energieberater können auf Anfrage und nach Honorarvereinbarung Unterstützung bei energetischen Sanierungen inklusive zugehöriger Fördermittelanträge leisten.

    Verbraucherzentrale NRW beim Kreis Warendorf

    Energie-Effizienz-Experten