Luftaufnahme der Warendorfer Altstadt

Gelungene Premiere beim Paul-Spiegel-Filmfestival


Mit einem festlichen Eröffnungsabend im Scala-Filmtheater hat am Donnerstag das Gastspiel des Paul-Spiegel-Filmfestivals „Jüdische Welten“ in Warendorf begonnen. Zahlreiche geladene Gäste aus Politik, Gesellschaft sowie Vertreterinnen und Vertreter der Jüdischen Gemeinden Düsseldorf und Münster erlebten den Auftakt eines besonderen Festivals, das bis Sonntag jüdisches Leben, Kultur und Begegnung in den Mittelpunkt stellt. Das Gastspiel ist Teil des Warendorfer Paul-Spiegel-Gedenkjahres und findet erstmals in der Geburtsstadt des ehemaligen Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland statt.

Bürgermeister Peter Horstmann begrüßte die Gäste gemeinsam mit Johannes Austermann als Gastgeber des Scala-Filmtheaters sowie Sylvia Löhrmann, der Beauftragten des Landes Nordrhein-Westfalen für die Bekämpfung des Antisemitismus, für jüdisches Leben und Erinnerungskultur.

In seiner Ansprache erinnerte der Bürgermeister an den Warendorfer Ehrenbürger Paul Spiegel und dessen bleibendes Vermächtnis. „Ohne Paul Spiegel wären wir heute nicht hier versammelt“, betonte Horstmann. Seine Menschlichkeit, seine Versöhnungsbereitschaft, sein Humor und seine Courage seien bis heute wertvolle Wegweiser – für Warendorf ebenso wie für das gesellschaftliche Miteinander insgesamt.

Horstmann dankte der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und die Bereitschaft, das renommierte Filmfestival erstmals nach Warendorf zu bringen. Gerade das gemeinsame Kinoerlebnis verbinde Menschen auf besondere Weise. Ein besonderer Dank galt außerdem Sylvia Löhrmann und dem Land Nordrhein-Westfalen, deren Förderung das viertägige Gastspiel überhaupt ermöglicht hat. 

Dadurch können am Freitag auch zahlreiche Schülerinnen und Schüler Warendorfer Schulen das Festival besuchen und sich mit jüdischem Leben, Identität und dem gesellschaftlichen Miteinander auseinandersetzen. Sie betonte in ihrem Grußwort, dass genau deswegen heitere Filme für das Filmfestival ausgesucht wurden. In zwei Vorstellungen sehen Schüler den Film Nicht ganz koscher – Eine göttliche Komödie.

Schüler der weiterführenden Schulen in einer der zwei Vorstellungen am Freitag

Nicht anwesend sein konnte zur Eröffnungsvorstellung Paul Spiegels Witwe Gisèle Spiegel. Sie wandte sich aber in einem Video-Grußwort an das Kinopublikkum und betonte einerseits, wie sehr sich ihr Mann über die Veranstaltung in seiner Heimatstadt gefreut hätte, andererseits aber auch, wie sorgenvoll er auf die aktuellen Geschehnisse blicken würde.

Grußbotschaft Giséle Spiegel

Mit der Eröffnungsvorstellung der Komödie Bad Shabbos begann das erste Warendorfer Gastspiel des Paul-Spiegel-Filmfestivals. Am Sonntag folgt noch eine Matinee mit dem Film Mit Liebe und Chansons - ebenfalls bei freiem Eintritt.