Mit einer Gedenkveranstaltung haben das Paul-Spiegel-Berufskolleg und die weiterführenden Schulen der Stadt Warendorf an den 20. Todestag von Paul Spiegel erinnert. Gemeinsam wurde das Leben und Wirken des ehemaligen Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland und Warendorfer Ehrenbürgers gewürdigt.
Den feierlichen Auftakt in Anwesenheit des Vertreters der Jüdischen Gemeinde Münster Ilja Golub und der Beauftragten des Landes Nordrhein-Westfalen für die Bekämpfung des Antisemitismus, für jüdisches Leben und Erinnerungskultur Sylvia Löhrmann bildete ein schulübergreifender Chor mit Ludwig van Beethovens „Ode an die Freude“. Schulleiter Udo Lakemper betonte in seiner Begrüßung die " demokratiestärkende Pflicht für Schülerinnen und Schüler wie auch für die Lehrkräfte durch solche Veranstaltungen wie heute" und erinnerte an die Schulfahrten des Paul-Spiegel-Berufskollegs u.a. in das Konzentrationslager von Ausschwitz.
In seinem Grußwort betonte Bürgermeister Peter Horstmann die besondere Bedeutung des gemeinsamen Erinnerns und dankte allen beteiligten Schulen für ihr Engagement. „Das heutige Gedenken ist ein Zeichen der Verbundenheit zu Paul Spiegel und ein Bekenntnis zu den Werten, die Paul Spiegel zeitlebens vermittelt hat: Toleranz, Courage, Gemeinschaft“, so Peter Horstmann. „Persönlich war es für mich eine große Ehre, am 19. April am Gedenktag nach jüdischem Kalender in Düsseldorf teilnehmen zu dürfen. Das gemeinsame Erinnern an das Leben und Wirken Paul Spiegels hat nochmals verdeutlicht, wie viel Verbundenheit und Zuversicht ein aufrichtiges und mutiges Leben weit über den Tod hinaus stiften kann.“
Ilja Golub unterstrich die Bedeutung der schulischen Veranstaltung: „Es ist ein starkes und mutiges Zeichen der Schülerinnen und Schüler in Zeiten, in denen der Antisemitismus wieder so erstarkt“ und er forderte sie auf immer genau hinzuschauen.
Einen besonderen Schwerpunkt setzte das von Schülerinnen und Schülern gestaltete Programm: Anhand eines in der Aula ausgestellten Zeitstrahls sowie projizierter Großfotos zeichneten sie die Lebensstationen von Paul Spiegel nach und machten historische Zusammenhänge anschaulich und lebendig.

In ihrer Ansprache betonte Sylvia Löhrmann die Verantwortung insbesondere junger Menschen, sich aktiv für ein respektvolles und demokratisches Miteinander einzusetzen. Sie selbst hat Paul Spiegel während ihrer Tätigkeit als Abgeordnete im Landtag persönlich kennengelernt und nannte Spiegel einen gütigen Menschen. „Die Größe und Güte nach dem Unrecht wieder nach Warendorf zu kommen, diese Versöhnungswille, das ist ein großes Geschenk an uns Nichtjuden. Paul Spiegel hätte sich über den heutigen Tag und das Engagement der jungen Menschen sehr gefreut.“
Den musikalischen Ausklang gestaltete der Chor mit dem Lied „Imagine“ von John Lennon.

Die Gedenkfeier wurde durch das Paul-Spiegel-Berufskolleg, das Gymnasium Laurentianum, die Gesamtschule Weiße Rose und das Mariengymnasium vorbereitet und durchgeführt. 2026 jährt sich der Todestag von Paul Spiegel zum 20. Mal. Außerdem wurde Spiegel im Jahr 2001, also vor 25 Jahren die Ehrenbürgerschaft der Stadt Warendorf übertragen.

