Seit März werden durch einen Biotonnenkontrolleur auch in Warendorf die Biotonnen auf richtige Befüllung kontrolliert. Nach sechs Monaten ziehen die AWG, Abfallwirtschaftsgesellschaft des Kreises Warendorf mbH, und die Stadt Warendorf eine erste Bilanz. Während zu Beginn noch 13 Prozent der kontrollierten Tonnen beanstandet werden mussten, lag der Anteil zuletzt bei 4 Prozent.
Ein kurzer Blick unter den Deckel entscheidet: alles in Ordnung? Oder gibt es eine gelbe beziehungsweise rote Karte? Seit einem halben Jahr gehört dieser Ablauf für Heiko Prinz zum Arbeitsalltag. Der Biotonnenkontrolleur ist an den Abfuhrtagen unterwegs, wirft einen prüfenden Blick in die bereitgestellten Tonnen und verteilt möglicherweise gelbe oder rote Karten.
Gelb bedeutet: Die Tonne wird noch geleert, bei der nächsten Befüllung sollte aber genauer hingeschaut werden. Rot bedeutet: Zu viele Störstoffe – die Tonne bleibt stehen und muss bis zur nächsten Leerung nachsortiert werden.
Insgesamt hat Heiko Prinz 9989 Biotonnen kontrolliert. 257 Tonnen erhielten eine gelbe, 296 Tonnen eine rote Karte. Sein erstes Resümee fällt positiv aus: „Natürlich treffen wir immer noch auf Tonnen, in denen Dinge landen, die dort nicht hineingehören. Aber wir merken, dass die Kontrollen etwas bewirken. Viele Bürgerinnen und Bürger achten inzwischen genauer darauf, was sie hineinwerfen. Es geht nicht darum, möglichst viele rote Karten zu verteilen“, betont Prinz. „Im Idealfall brauche ich irgendwann gar keine Karten mehr.“
Ein halbes Jahr Biotonnenkontrollen zeigt aus Sicht von AWG und der Stadt Warendorf: Der eingeschlagene Weg ist richtig. Die Qualität der kontrollierten Bioabfälle hat sich bereits verbessert. Heiko Prinz wird dennoch auch weiterhin in die Behälter schauen – mit einem klaren Ziel: möglichst wenig Störstoffe und möglichst viele richtig befüllte Tonnen.
Denn: was wie ein kleiner Fehlwurf aussieht, kann größere Folgen haben. Plastik und andere Störstoffe müssen später mit technischem und finanziellem Aufwand aussortiert werden. Gelangen zu viele Fremdstoffe in den Bioabfall, leidet die Qualität des Komposts.
Das gehört hinein:
- Küchenabfälle wie Obst, Gemüse- und Speisereste
- Kaffeesatz mit Filter, Eierschalen und Teebeutel
- Gartenabfälle wie verwelkte Blumen, Rasen- und Strauchschnitt, Laub und Wildkräuter
Das gehört nicht hinein:
- Als „kompostierbar“ deklarierte Abfalltüten aus Kunststoff
- Plastik- und Müllbeutel
- Einwegwindeln und Hygieneartikel
- Staubsaugerbeutel, Zigarettenkippen und -asche
- Grill-, Ofen- und Holzasche
- behandeltes Holz und Straßenkehricht
- Leder, Wolle, Haare, Federn und Knochen
- Blumentöpfe und Hydrokultursubstrat
- Kleintier- und Katzenstreu sowie Vogelsand, Tierkot

