Seit 200 Jahren ist das Nordrhein-Westfälische Landgestüt eng mit Warendorf verbunden. Beim Festakt zum Jubiläum würdigte Bürgermeister Peter Horstmann die Bedeutung des traditionsreichen Gestüts für die Stadt, den Pferdesport und die Pferdezucht. Zu den Gästen der Feier gehörte auch NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen.
„Zweihundert Jahre sind eine beeindruckende Zeitspanne“, betonte Horstmann zu Beginn seiner Ansprache. Seit seiner Gründung im Jahr 1826 durch den preußischen König Friedrich Wilhelm III – zunächst noch an der Münsterstraße, seit 140 Jahren an der Sassenberger Straße – habe sich die Welt grundlegend verändert. Vieles, was heute selbstverständlich erscheine, sei vor 200 Jahren noch nicht vorstellbar gewesen. Das Landgestüt aber sei ein Ort, der sich mit der Zeit weiterentwickelt habe, ohne seinen Charakter zu verlieren.
Für den Bürgermeister ist die besondere Stärke des Landgestüts die enge Verbindung zur Stadt und ihren Menschen. Auch nach dem Umzug an seinen heutigen Standort sei das Landgestüt stets ein der Öffentlichkeit zugewandter Ort geblieben und eng mit Warendorf verbunden.
„Wir dürfen stolz darauf sein, dass das Landgestüt den Namen der Stadt und unseren guten Ruf in die Welt hinausträgt“, sagte Horstmann. Die Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sei weit über die Gestütsmauern hinaus von Bedeutung. Ihnen sprach der Bürgermeister bei dem Jubiläum ausdrücklich seinen besonderen Dank aus.
Das Landgestüt bilde gemeinsam mit der Deutschen Reitschule ein Kompetenzzentrum für die Pferdehaltung. Die herausragende Zucht-Expertise und das hier gebündelte Know-how genössen großes Renommee, leisteten einen Beitrag zu Spitzenergebnissen im Leistungssport und stärkten zugleich den Breitensport. Die Erfolge auf nationaler und internationaler Bühne, zuletzt bei der Reit-WM in Aachen, seien dafür ein eindrucksvoller Beleg.
Gleichzeitig entwickle sich das Landgestüt zunehmend auch zu einem lebendigen Kulturort. Gerade bei dieser Entwicklung wolle die Stadt Warendorf weiterhin ein enger Partner sein, betonte Horstmann. Denn wer auf die Geschichte der Stadt blicke – oder am Jubiläumswochenende mit offenen Augen durch Warendorf gehe –, erkenne schnell: Das Pferd und die „Pferdemenschen“ prägen das kulturelle und touristische Wirken der Stadt. Das Landgestüt habe daran einen wesentlichen Anteil.
Das denkmalgeschützte Ensemble, die Geschichte, die durch die tägliche Arbeit vor Ort lebendig bleibt, und die Nähe zu den Pferden verliehen dem Gestüt eine besondere Würde. Gerade in einer schnelllebigen Zeit seien solche Orte wichtig. Sie „erden“ und machten deutlich, dass Institutionen wie das Landgestüt ihren Platz in der Vielfalt staatlicher Aufgaben völlig zurecht hätten. Staatliches Handeln bedeute schließlich nicht nur Verwaltung, Infrastruktur oder Sicherheit, sondern auch, kulturelles Leben zu bewahren.
„Das Pferd erinnert uns daran, dass wir große Wege nicht allein zurücklegen müssen und starke Partner an unserer Seite wissen“, sagte Horstmann. Genau dafür stehe seit 200 Jahren auch das Nordrhein-Westfälische Landgestüt in Warendorf: als ein Ort, der Menschen zusammenführt, Geschichte fortschreibt und das wertvolle Erbe deutscher Pferdezucht verantwortungsbewusst in die Zukunft führt. Im Namen der Stadt Warendorf gratulierte Horstmann dem Nordrhein-Westfälischen Landgestüt herzlich zum 200-jährigen Bestehen und dankte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Freunden, Fürsprechern und Förderern des Gestüts für ihr Engagement.

