Sechs Minihäuser, ein gemeinschaftlicher Freiraum und ein Wohnkonzept, das den vorhandenen Baumbestand in den Mittelpunkt stellt: Mit diesem Ansatz hat sich die Warendorfer Livingunits GmbH im Konzeptvergabeverfahren der Stadt Warendorf für das Grundstück an der Holtrupstraße durchgesetzt. Der Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschuss hat in nichtöffentlicher Sitzung den Zuschlag erteilt.
Die Idee, auf dem Grundstück ein besonderes Wohnangebot zu schaffen, beschäftigt die Stadt Warendorf seit 2019. Das nun ausgewählte Konzept sieht sechs unterschiedlich große Minihäuser vor, die dauerhaftes Wohnen auf vergleichsweise kleiner Fläche ermöglichen sollen. Das Angebot richtet sich an unterschiedliche Zielgruppen – von Singles und Paaren über kleine Familien bis hin zu älteren Menschen.
Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie viel Wohnfläche Menschen tatsächlich benötigen, um gut und komfortabel zu leben. Flächeneffizientes und bewusstes Wohnen soll dazu beitragen, Ressourcen zu schonen und Wohnraum möglichst wirtschaftlich zu gestalten. Die Minihäuser sind als vollwertige Wohnhäuser konzipiert.
„Total cool, dass wir den Zuschlag bekommen haben. Das Grundstück ist eine Megalage für die Entwicklung unserer Ideen“, sagt Alexander Polomka von Livingunits.
Ein wesentliches Merkmal des Konzepts von Livingunits ist der weitgehende Erhalt des vorhandenen Baumbestands. Die Gebäude und Freiflächen ordnen sich der gewachsenen Umgebung unter. Bei der Anordnung der sechs Häuser wurden die vorhandenen Bäume und der Sonnenverlauf berücksichtigt. Wasserdurchlässige Oberflächen, der Schutz der Baumwurzeln und eine naturnahe Regenwasserbewirtschaftung sollen den Eingriff in die Fläche möglichst geringhalten.
Auch bei der technischen Ausstattung ist gemeinschaftliches Denken vorgesehen. Photovoltaikanlagen und ein zentraler Batteriespeicher sollen die Stromversorgung der sechs Häuser unterstützen. Für Heizung und Warmwasser sind energieeffiziente Wärmepumpen geplant. Bei der Umsetzung möchte Livingunits mit Handwerksbetrieben aus dem Kreis Warendorf zusammenarbeiten und so die regionale Wertschöpfung stärken.
Bereits im Vorfeld des Vergabeverfahrens hatte die Stadt Warendorf den Austausch zwischen potenziellen Bewohnerinnen und Bewohnern, Anbietern von Minihäusern und möglichen Investoren unterstützt. Bei mehreren Vernetzungstreffen im Jahr 2025 konnten sich Interessierte kennenlernen, Ideen austauschen und mögliche Kooperationen ausloten. Insgesamt fanden drei Vernetzungstreffen statt, die auf positive Resonanz stießen und erste Ansätze für die Entwicklung des Wohnprojekts ermöglichten.
„Ich freue mich, dass in Warendorf ein Wohnprojekt entsteht, das neue Wege geht. Ein Minihaus-Quartier in dieser Form hat es bei uns bislang nicht gegeben. Besonders spannend dabei ist die Verbindung aus nachhaltigem Bauen, dem Erhalt des gewachsenen Baumbestands und der Idee, Gemeinschaft von Anfang an mitzudenken“ so Bürgermeister Peter Horstmann nach der Vergabe. „Ich bin gespannt, wie die künftigen Bewohnerinnen und Bewohner diesen besonderen Ort mit Leben füllen werden.“

