Luftaufnahme der Warendorfer Altstadt
© Stadt Warendorf

Fettmarkt 2026


Mit zahlreichen Gästen aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Kultur, Gesellschaft und dem öffentlichen Leben hat die Stadt Warendorf den traditionellen Fettmarktempfang im Sophiensaal gefeiert. Bürgermeister Peter Horstmann stellte in seiner Begrüßung die vielfältigen Stärken der Stadt in den Mittelpunkt. Im Anschluss widmete sich Fritz Otto-Erley, Deutschlands einziger Pferdebotschafter, in seiner Festrede der besonderen Bedeutung des Pferdes für Warendorf. Traditionell klang der Empfang bei Töttchen und einem gemeinsamen Rundgang über den Fettmarkt aus.

Unter dem Leitgedanken „Warendorf ist klamm, aber reich!“ lenkte Bürgermeister Peter Horstmann den Blick auf die Werte, die das Leben in der Stadt ausmachen und sich nicht allein in Zahlen ausdrücken lassen. Angesichts der angespannten Haushaltslage sei es wichtig, sich bewusst zu machen, über welche Schätze Warendorf verfüge: eine lange Geschichte, eine lebendige Stadtgesellschaft, kulturelle Vielfalt, ein starkes Ehrenamt, engagierte Unternehmen und zahlreiche Menschen, die sich für ihre Stadt einsetzen.

„All die Facetten – und noch viele mehr – zeigen Warendorfs Reichtümer, die mit Geld nicht aufzuwiegen sind“, betonte Horstmann. Zugleich machte er deutlich, dass Wertschätzung auch finanzielle Anerkennung bedeuten müsse. Es gelte, trotz der schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen nicht an den Fundamenten zu sparen, die das Zusammenleben und die Zukunftsfähigkeit der Stadt sichern.

Einen besonderen Schwerpunkt legte der Bürgermeister auf die Vielfalt und den Zusammenhalt in Warendorf. Menschen aus mehr als 100 Nationen lebten in der Stadt und bereicherten das gesellschaftliche Miteinander. Vor diesem Hintergrund begrüßte Horstmann besonders den türkischen Generalkonsul Arman Mehmet Özgün aus Münster. In diesem Monat jährt sich der Abschluss des Anwerbeabkommens zwischen Deutschland und der Türkei zum 65. Mal. Auch die interkulturelle Begegnung und das gemeinsame Engagement unterschiedlicher Glaubensgemeinschaften seien wichtige Bestandteile des städtischen Lebens.

Zu den besonderen Stärken Warendorfs zählte der Bürgermeister außerdem die historische Altstadt, das vielfältige Kultur- und Vereinsleben, die Bildungs- und Sportangebote, die leistungsfähige Wirtschaft sowie die vielen ehrenamtlich engagierten Bürgerinnen und Bürger. Sein Dank galt allen, die sich beruflich oder freiwillig für die Stadt und ihre Menschen einsetzen, ebenso wie den zahlreichen Beteiligten, die zum Gelingen des Fettmarktes beigetragen haben.

Im Anschluss an die Begrüßung übergab Peter Horstmann das Wort an Fritz Otto-Erley. Als Deutschlands einziger Pferdebotschafter sprach dieser über die Bedeutung des Pferdes für Warendorf und die besondere Verbindung der Stadt zum Pferdesport und zur Pferdezucht.

Das Pferd prägt Warendorfs Identität seit Generationen und ist eng mit dem Ruf als „Stadt des Pferdes“ verbunden. Das 200-jährige Bestehen des Nordrhein-Westfälischen Landgestüts und das 100-jährige Jubiläum der Hengstparaden in Warendorf unterstreichen die lange Tradition und die überregionale Bedeutung des Pferdestandorts. Pferdesport, Zucht und Ausbildung sind zugleich wichtige Bestandteile des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens der Stadt.

Nach dem offiziellen Teil nutzten die Gäste die Gelegenheit zum persönlichen Austausch bei traditionellem Töttchen. Anschließend ging es gemeinsam auf den Fettmarkt, der mit seinen Marktständen, Fahrgeschäften und Begegnungen den passenden Rahmen für den Ausklang des Empfangs bot.

Auch auf dem Fettmarkt selbst zeigte sich Warendorf von seiner lebendigen Seite. Bei trockenem Herbstwetter zog es zahlreiche Besucherinnen und Besucher in die Innenstadt. Die Straßen und Plätze waren gut gefüllt, und das bunte Treiben mit Fahrgeschäften, Marktständen und vielfältigen Angeboten sorgte für eine ausgelassene Kirmesstimmung.

Großen Zuspruch fand auch der traditionelle Trödelmarkt, auf dem nach kleinen Schätzen gestöbert, gehandelt und gefeilscht wurde. Das angenehme Wetter bot beste Voraussetzungen für einen ausgedehnten Bummel über den Fettmarkt und durch die Altstadt. So wurde einmal mehr deutlich, welchen Stellenwert das traditionsreiche Volksfest für Warendorf und die Region hat.