Luftaufnahme der Warendorfer Altstadt
© Stadt Warendorf

Fernwärmearbeiten im Zumlohpark gestartet


Im Zumlohpark haben die Stadtwerke Warendorf mit einem wichtigen Bauabschnitt für den Ausbau des Fernwärmenetzes begonnen. Die aktuellen Tiefbauarbeiten schaffen die Voraussetzung für die Wärmeversorgung der südlich der Bahnlinie und der B 64 gelegenen Bereiche, darunter auch das Schulviertel.

Kernstück der aktuellen Maßnahme ist die Unterquerung der Bahnstrecke und der B64 mittels eines geschlossenen Rohrvortriebsverfahrens. Dabei werden drei Stahlrohre mit einem Durchmesser von jeweils 700 Millimetern in rund drei Metern Tiefe unter den Gleisanlagen und der Bundesstraße hindurch verlegt. Durch diese Schutzrohre werden künftig die Vor- und Rücklaufleitungen der Fernwärme sowie weitere Versorgungsleitungen wie Strom geführt.

Für die Arbeiten haben die ausführenden Unternehmen eine rund 12 x 10 Meter große und etwa vier Meter tiefe Baugrube eingerichtet. Aufgrund des hohen Grundwasserstands wurden zusätzlich vier Tiefbrunnen installiert, die den Arbeitsbereich während der gesamten Bauzeit trocken halten.

Die Arbeiten finden unter strengen Auflagen statt. Sowohl die Baumaßnahme als auch die Lage der Gleisanlagen werden während der gesamten Bauzeit durch Fachleute der Deutschen Bahn überwacht, um mögliche Bodenbewegungen frühzeitig zu erkennen.

Auch ein weiterer Abschnitt der Fernwärmetrasse in Richtung Düsternstraße wird in geschlossener Bauweise hergestellt. Dadurch können die wertvollen Platanen im Zumlohpark geschützt und Eingriffe in den Wurzelbereich weitgehend vermieden werden.

„Mit den Arbeiten im Zumlohpark erreichen wir einen wichtigen Meilenstein für den Ausbau der Fernwärme in Warendorf. Die technisch anspruchsvolle und zugleich besonders schonende Bauweise ermöglicht es uns, sowohl die bestehende Infrastruktur als auch den wertvollen Baumbestand zu schützen. Gleichzeitig schaffen wir die Grundlage für eine nachhaltige und zukunftsfähige Wärmeversorgung weiterer Stadtgebiete“, erklärt Björn Güldenarm, Geschäftsführer bei den Stadtwerken Warendorf.

Zuvor war der erste Teil der Archäologischen Voruntersuchung abgeschlossen worden.  

Die Startgrube hat eine Größe von gut 200m². Im untersuchten Areal wurden 151 Gräber eingemessen, freigelegt und die Bestattungen dokumentiert. Zusätzlich wurden elf Fundamentreste entdeckt, die im Zusammenhang mit Grabmonumenten stehen. Darüber hinaus haben die Archäologen der Stadt Warendorf eine Grabenstruktur aufnehmen können, die wiederum zum bastionären Ausbau bzw. der vorgelagerten Schanze der Stadtbefestigung gehört. 

Die Bestattungen selbst waren größtenteils fundarm. Dennoch wurden einige Rosenkränze, (Ehe-)Ringe und Plaketten mit Mariendarstellungen gefunden. Zudem waren die meisten Särge mit aufwendige verzierten Beschlägen versehen. Die Funde müssen jetzt noch gereinigt und teilweise restauriert werden. Die Skelette selbst wurden sorgfältig geborgen und getrennt gelagert. Eine repräsentative Menge der Skelette wird in den nächsten Monaten noch gereinigt und zu gegebener Zeit weiter anthropologisch untersucht. 

Zusätzlich sind in der Zielgrube der B64 Fundamentreste der neuzeitlichen Stadtbefestigung entdeckt. Das Fundament befindet sich etwas mehr als 3m unter der heutigen Straßenoberfläche und gehört wahrscheinlich ebenfalls zur vorgelagerten Dreieckschanze der Bastion.

In den kommenden Wochen folgen noch die Untersuchungen in den restlichen Trassenbereichen des Zumlohplatzes. Diese Areale sind allerdings weitaus kleiner. 

Nach Abschluss alle Arbeiten werden die betroffenen Flächen vollständig wiederhergestellt und als Rasenflächen angelegt. Von den unterirdisch verlegten Leitungen wird anschließend nichts mehr sichtbar sein. Die Arbeiten im Zumlohpark sollen voraussichtlich bis zum Jahresende weitgehend abgeschlossen werden.