Am Zumlohplatz in Warendorf finden derzeit bauvorgreifende archäologische Untersuchungen statt. Anlass hierfür ist das Infrastrukturprojekt „EmsWärme“ der Stadtwerke Warendorf, mit dem die nachhaltige Wärmeversorgung im südlichen Stadtgebiet weiter ausgebaut wird.
Im Bereich des Zumlohplatzes verlaufen künftig zentrale Leitungen, die unter der Bundesstraße B64 sowie den Bahngleisen hindurchgeführt werden. Um sicherzustellen, dass mögliche historische Spuren und Funde fachgerecht dokumentiert und geschützt werden, werden vor Beginn der eigentlichen Bauarbeiten archäologische Untersuchungen durch Mitarbeitende der Stadtarchäologie Warendorf durchgeführt.
Der Zumlohplatz ist ein historisch bedeutender Ort: Er diente im 19. Jahrhundert als erster Friedhof außerhalb der damaligen Stadtmauern Warendorfs. Namensgeber ist Franz-Joseph Zumloh (1764–1854), dessen Grabmal bis heute erhalten ist. Die Geschichte des Platzes macht ihn zu einem sensiblen Bereich, in dem Bodeneingriffe mit besonderer Sorgfalt erfolgen müssen.
Gefunden wurde unter anderem eine Ziegelgruft. Im Zuge der laufenden Untersuchungen wurden außerdem bereits menschliche Überreste freigelegt. Diese Funde stehen im erwartbaren Zusammenhang mit der historischen Nutzung des Areals als Begräbnisplatz. Die geborgenen Skelette werden fachgerecht dokumentiert, geborgen, ggf. anthropologisch untersucht und im Anschluss zur Wiederbestattung übergeben.

Die archäologischen Arbeiten erfolgen in enger Abstimmung mit der zuständigen Denkmalfachbehörde (LWL-Archäologie für Westfalen). Ziel ist es, die Funde und Befunde wissenschaftlich zu sichern und auszuwerten, ohne den Fortschritt des wichtigen Energieprojekts zu verzögern.
Die Stadtwerke Warendorf treiben mit dem Projekt „EmsWärme“ die klimafreundliche Wärmeversorgung voran. Die neue Trassenführung über den Zumlohplatz stellt dabei einen wichtigen Baustein für die Versorgung des südlichen Stadtgebiets dar.

