Die Sanierung eines Abschnitts der südlichen Emsböschung oberhalb der Wehranlage ist erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen der Gewässerunterhaltung wurde östlich der Straße „Zwischen den Emsbrücken“ auf einer Länge von rund 530 Metern das Südufer der Ems durch den Einbau von Steinschüttungen aus Sandstein dauerhaft gesichert.
Die Notwendigkeit der Maßnahme wurde bereits im Jahr 2019 erkannt. Im Zuge der Absenkung der Ems während der Sanierung der Wehranlage wurden Schäden an der Böschung festgestellt. In den Jahren 2020 und 2021 folgten umfangreiche Schadensuntersuchungen und-bewertungen. Dabei zeigte sich, dass in dem betroffenen Abschnitt noch ein Böschungspflaster aus den 1960er-Jahren vorhanden war, das im Bereich der Fußpunktsicherung aus Holzzangen und Pfählen bestand. Diese waren teilweise im Fußpunktbereich unterspült, zudem waren deutliche Setzungsrisse innerhalb des Böschungspflasters erkennbar.
In den Jahren 2022 und 2023 wurden zunächst grundlegende Untersuchungen für ein Sanierungskonzept durchgeführt. Aufgrund der Nähe zur historischen Altstadt mit ihren Pfahlgründungen musste insbesondere geprüft werden, welche Auswirkungen eine bauzeitliche Absenkung des Wasserstandes im Oberwasser des Emswehres auf die Grundwasserverhältnisse haben könnte. Zu diesem Zweck wurden mehrere Grundwasserpegel im Bereich der Altstadt erstellt und ein umfassendes Grundwassermonitoring durchgeführt.
Auf Grundlage dieser Untersuchungen wurde 2024 ein Sanierungskonzept erarbeitet und mit der Unteren und Oberen Wasserbehörde sowie der Unteren und Oberen Naturschutzbehörde abgestimmt. Anschließend folgte die Erstellung der Entwurfsplanung.
Im Jahr 2025 wurden die Ausführungsplanung, die Ausschreibung sowie die Vergabe der Bauleistungen durchgeführt. Der Baubeginn erfolgte am 1. September 2025. Für die Bauarbeiten wurde im Bereich des Brinkhausparks zunächst ein wasserdurchlässiger Zwischendamm von der Nord- zur Südseite der Ems errichtet. Anschließend wurde auf der Südseite eine etwa fünf Meter breite Baustraße entlang der Uferböschung in das Gewässer gebaut, um den Materialtransport und die Arbeiten zu ermöglichen.
Im Oktober 2025 wurde eine Leitungsbrücke errichtet und die sogenannte Quabbebrücke zurückgebaut. Ende November 2025 war die Baustraße bis zur Brücke „Zwischen den Emsbrücken“ fertiggestellt, sodass mit dem Rückbau der temporären Bauwerke begonnen werden konnte. Der Zwischendamm wurde schließlich am 2. März 2026 zurückgebaut.
Ursprünglich war vorgesehen, die Bauarbeiten bereits vor Weihnachten 2025 abzuschließen. Lieferverzögerungen bei den benötigten Schüttsteinen, die Weihnachtszeit sowie niederschlagsbedingt hohe Wasserstände der Ems und winterliche Witterung führten jedoch zu einer Verschiebung des Zeitplans.
Bis Mitte März wird das bisherige Baufeld vollständig wiederhergestellt. Die betroffenen Flächen werden neu eingesät. Die Baustraße bleibt jedoch bestehen, da sie für die kommende Baumaßnahme „Ems Ost“ weiterhin benötigt wird.
Im Sinne der Nachhaltigkeit werden Materialien wiederverwendet: Die zurückgebauten Schüttsteine wurden zur Maßnahme „Ems West“ transportiert. Dort dienen sie zunächst als Baustraße und werden anschließend als Böschungssicherung eingesetzt.


