Luftaufnahme der Warendorfer Altstadt

Sprechen & Zuhören


Am Samstag hat bereits zum zweiten Mal das neue Format „Sprechen & Zuhören“ in Warendorf stattgefunden. 19 Teilnehmende sind der gemeinsamen Einladung von VHS Warendorf und Stadtverwaltung gefolgt, um über das Thema „Unerhört!? Wie steht es um die Bedürfnisse meiner Generation in Warendorf?“ zu sprechen. Entwickelt wurde das Dialogformat von Mehr Demokratie e. V. Es fördert den Austausch zu gesellschaftlich relevanten Themen und soll dazu beitragen, den (demokratischen) Diskurs auch bei unterschiedlichen Standpunkten nicht zu verlassen. Mittlerweile werden deutschlandweit Veranstaltungen durchgeführt.

Nach einem kurzen Kennenlernen und der Vorstellung des Ablaufs von Sprechen & Zuhören sprachen die Teilnehmenden im FreiRaum in jeweils drei Runden zur Fragestellung „Unerhört!? Wie steht es um die Bedürfnisse meiner Generation in Warendorf?“

Die Frage blieb dabei immer dieselbe – das zeichnet das Format „Sprechen & Zuhören“ aus: Wenn eine Person spricht, hören die anderen zu. Wer an „Sprechen & Zuhören teilnimmt“, spricht nur von sich, beobachtet die eigene Reaktion auf das Gehörte und kann in die Resonanz dazu gehen, ohne dabei das konkret Gesagte zu bewerten. Der Fokus bleibt auf sich selbst gerichtet.

Mit großer Offenheit und Interesse sprachen die Teilnehmenden in ihren Gruppen. Dabei wurde deutlich, wie vielschichtig das Thema bei genauerem Hinhören ist. Die Abschlussrunde war geprägt von einem positiven Erleben des Formats. Viele Teilnehmende gaben in ihrem Feedback an, dass sie überrascht waren, wie schnell sich in der Gruppe ein Gefühl von Vertrautheit einstellte. Zudem habe sie das aktive Zuhören darin unterstützt, die eigenen Gedanken besser ordnen und reflektieren zu können.

Auch diesmal konnten die Teilnehmenden am Ende der Veranstaltung Impulse geben, was VHS und Stadtverwaltung tun können, damit sich Warendorf im Hinblick auf die Bedürfnisse der Generationen positiv weiterentwickelt. Zu den Anregungen zählten beispielsweise Begegnungsräume mit Angeboten und Anlaufstellen für alle Altersgruppen oder die Idee, als ältere Generationen in den Schulen mit jungen Menschen zu aktuellen Fragestellungen in den Austausch zu kommen. Auch mehr Informationen zu neuen Wohnformen, Plattformen für den Wohnungstausch von Jung und Alt oder niedrigschwellige Beratungsangebote zu Fragen rund um die verschiedenen Lebenslagen gaben die Teilnehmenden VHS und Stadtverwaltung mit auf den Weg.   

Geleitet wurde die Veranstaltung erneut von zwei erfahrenen Moderatorinnen des Kooperationspartners Mehr Demokratie e. V. Die Finanzmittel für die dreiteilige Veranstaltungsreihe werden über die Entwicklungspauschale der VHS Warendorf bereitgestellt. Dieses Instrument aus dem Weiterbildungsgesetz (WbG) dient der Entwicklung und Förderung neuer Zugänge, unterstützt Maßnahmen der aufsuchenden Bildung und der regionalen Vernetzung sowie Angebote, um neue oder bisher nicht erreichte Zielgruppen erfolgreich anzusprechen.

Wer Interesse hat, Sprechen & Zuhören ebenfalls auszuprobieren, erhält die Möglichkeit dazu im Frühjahr 2026, dann folgt die dritte von drei Veranstaltungen. Der genaue Termin und das Thema werden rechtzeitig bekanntgegeben. Wer eine Idee zu einem Thema hat, das die Stadtgesellschaft in Warendorf umtreibt, kann sich damit an die Stadtverwaltung wenden: sabra.khatal@warendorf.de