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Sonderausstellung: "Mit Merkbuch, Denkschrift, Kamera: Zwei Pioniere des Naturschutzes in Preußen“

Datum/Zeit: Donnerstag, 23.06.2022 bis Sonntag, 02.10.2022
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Kategorien:

Kunst, Kultur & Musik, Ausstellung, Museum, Musik, Kernstadt

Veranstaltungsort:

Ortsteil: Kernstadt

Westpreußisches Landesmuseum
Klosterstraße 21
48231 Warendorf
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Telefon: 02581 927 77-0
Fax: 02581 927 77-14
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Webseite

Veranstalter:

Westpreußisches Landesmuseum
Klosterstraße 21
48231 Warendorf
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Fax: 02581 947 77-14
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Weitere Informationen:

Das Westpreußische Landesmuseum wird gefördert durch:

Die Beauftrage der Bundesregierung für Kultur und Medien, LWL, mit Mitteln des Ministerium für Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW und der Stadt Warendorf


Beschreibung

Sonderausstellung: "Mit Merkbuch, Denkschrift, Kamera: Zwei Pioniere des Naturschutzes in Preußen“

Um Vogelnester in Bäumen fotografieren zu können, kletterte Hermann Reichling häufiger mit der Kameraausrüstung in benachbarte Bäume. Fotosammlung Hermann Reichling. © LWL-Museum für Naturkunde, Münster

Am Donnerstag, den 23. Juni 2022, eröffnet das Westpreußische Landesmuseum seine neue Sonderausstellung „Mit Merkbuch, Denkschrift, Kamera: Zwei Pioniere des Naturschutzes in Preußen“, die bis zum 2. Oktober 2022 zu sehen sein wird. Aus diesem Anlass veranstaltet das Museum ab 18 Uhr erstmalig ein Konzert auf dem Museumsvorplatz. Das Duo “Le Flow”, die Sängerin Melanie Heizmann und der Gitarrist Markus Gahlen werden bis etwa 20 Uhr ihr vielfältiges Repertoire aus Chanson, Jazz und Schlager vorstellen. Der Eintritt ist frei.
Im Zentrum der neuen Sonderausstellung stehen die Anfänge des Natur- und Umweltschutzes in Deutschland vor 100 Jahren. In unserer heutigen Zeit gibt es wohl keinen Zweifel darüber, dass der Umweltschutz zu den großen Zukunftsaufgaben unserer Epoche zählt. Doch wie und wann entwickelte sich eigentlich das Bewusstsein, dass Tier- und Pflanzenarten, Ökosysteme und zusammengehörige Naturräume schützenswert sind und der Erhalt der Artenvielfalt und des Lebensraums auf der Erde mitsamt eines verantwortungsbewussten Umgangs mit den natürlichen Ressourcen der menschlichen Fürsorge bedarf?Die Ausstellung richtet den Blick hierzu auf die Verdienste zweier bedeutender Protagonisten des frühen Naturschutzes. Als maßgeblichem Initiator und Pionier des Naturschutzes in Preußen ist in diesem Zusammenhang an Hugo Conwentz zu erinnern. Zunächst von Danzig aus agierend, veröffentlicht er 1904 mit seiner „Denkschrift“ das Manifest der „Naturdenkmalpflege“ als Auftakt der staatlichen Naturschutzbewegung in Preußen. 1906 zum Kommissar der Staatlichen Stelle für Naturdenkmalpflege ernannt, richtet Conwentz die erste Behörde dieser Art im Deutschen Kaiserreich ein. Zunächst von Danzig, später von Berlin aus wirbt Conwentz als unermüdlicher Netzwerker für die Bewahrung besonders schützenswerter „Naturdenkmäler“ – und findet hierbei auch international als Impulsgeber und Vorreiter der Naturschutzbewegung Anerkennung. So kommt er 1908 anlässlich der Gründung des Westfälischen Provinzialkomitees für Naturdenkmalpflege auch nach Münster.Ab 1919 wirkt der begeisterte Naturschützer Hermann Reichling als Leiter des Provinzialmuseums für Naturkunde in Münster. Er führt den staatlichen Naturschutzgedanken weiter und hinterlässt ein einzigartiges Fotoarchiv von mehr als 10.000 Fotografien. Unter ihnen befinden sich auch zahlreiche Aufnahmen der Ems im Münsteraner Umland, von ungetrübten Naturidyllen und den Regulierungsmaßnahmen dieser Epoche, die in einer reichen Auswahl in der Ausstellung zu sehen sind.Neben den Werkzeugen ihrer Naturbetrachtung stellt die Ausstellung die wesentlichen Grundzüge der Ausrichtung des Naturverständnisses in den Werken Conwentz‘ und Reichlings vor. Beide Pioniere trugen maßgeblich dazu bei, den Naturschutz in Deutschland zu verankern. Das heutige Verständnis des Umweltschutzes stellt jedoch eine Weiterentwicklung der „Naturdenkmalpflege“ vor über 100 Jahren dar, die in der Ausstellung zu entdecken ist.In Zusammenarbeit mit dem LWL-Museum für Naturkunde zeigt Ausstellungsteil eins „Vogelfänger, Venntüten und Plaggenstecher. Natur und Landschaft vor 100 Jahren“. Der vom Westpreußischen Landesmuseum erarbeitete zweite Teil stellt die theoretische Begründung der Naturdenkmalpflege durch Hugo Conwentz vor und lädt die Besuchenden dazu ein, die Gemeinsamkeit des Naturschutzes um 1906 und die Unterschiede zum heutigen Umweltschutz zu erkunden.Ausstellungsteil eins wurde von Dr. Bernd Tenbergen vom LWL-Museum für Naturkunde zusammen mit dem LWL-Medienzentrum kuratiert. Kuratorinnen Teil zwei sind Jutta Fethke und Dr. Gisela Parak.Im Rahmen der Sonderausstellung erwartet die Besucher:innen zwischen Juni und September folgendes Begleitprogramm <https://westpreussisches-landesmuseum.us10.list-manage.com/track/click?u=f54a424b1d4f70bac5da548cf&id=2f0fb53ede&e=bab0bcb9f7>  zur Ausstellung:

30. Juni 2022, 18 UhrDr. Bernd Tenbergen (LWL-Museum für Naturkunde, Münster)Von Vogelfängern, Venntüten und Plaggenstechern – Natur und Landschaft vor 100 Jahren 

21. Juli 2022, 18 UhrProf. Dr. Frank Uekötter (University of Birmingham)Was bleibt von Hugo Conwentz? Ein Vortrag über Geschichte und Gegenwart des Naturschutzes

08. September, 18 UhrDr. Anna-Katharina Wöbse (Universität Gießen)Der Blick auf das Lebendige: Naturschutz und Fotografie im 20. Jahrhundert