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Warendorfer Silberschmiedearbeiten als Altargerät für die Affhüppenkapelle

Gold- und Silberschmiedetradition in Warendorf

Festtagskelch
Festtagskelch

Johann Bernhard Georg Freise (1792-1873), Sproß einer angesehenen Gold- und Silberschmiedefamilie Warendorfs, lieferte als Auftragsarbeit der Familie Scheffer-Boichhorst wesentliche Bestandteile des Altargerätes für die Affhüppenkapelle. Der Name Freise prägte fast über ein Jahrhundert die Gold- und Silberschmiedetradition Warendorfs. Johannes Bernhardus Georgius Freise, der Vater von Johann Bernhard Georg Freise, lernte bereits in Warendorf das Silberschmiedehandwerk bei Berendt Josef Hartmann,einem der bedeutendsten Warendorfer Meister. Zehn Jahre nach Beendigung seiner Lehrzeit im Jahre 1776 wurde er als Warendorfer Meister anerkannt.

Zur Person: Johann Bernhard Georg Freise

Messkelch

In zweiter Ehe, die erste Ehe blieb kinderlos, heiratet er die Warendorfer Bäckerstochter Anna Maria Gertrudis Rolff. Johann Bernhard Georg Freise ist das älteste Kind dieser Ehe. Der Sohn tritt am 06.11.1805 bei seinem Vater in die Lehre. Wo er seine Lehre abgeschlossen hat, ist nicht eindeutig erwiesen, da sein Vater bereits 1808, also im dritten Lehrjahr seines Sohnes, verstarb. Die Lehrzeit für Gold- und Silberschmiede war jedoch auf sechs Jahre festgeschrieben. Die Witwe heiratete noch im selben Jahr den Warendorfer Goldarbeiter Edmund Alexander Ecker, der laut dem Einwohnerverzeichnis aus dem Jahre 1816 seine Werkstatt an der Königstraße 5 hatte. Es wird zwar angenommen, daß Johann Bernhard Georg Freise seine Lehrzeit bei seinem Stiefvater beendete, im Jahr 1816 jedoch scheint dieser nicht in Warendorf beschäftigt gewesen zu sein, da er im damaligen Einwohnerverzeichnis nicht auftaucht. Erst mit 44 Jahren heiratete er am 03.05.1836 die um 20 Jahre jüngere Schlösserstochter Maria Elisabeth Neuhaus. Aus dieser Ehe gingen, zwei Kinder hervor. Maria Agnes (geb.am 16.02.1837) und Anna Gertrud (geb. am 11.12.1839). Johann Bernhard Georg Freise starb am 21.02.1873 im für damalige Verhältnisse hohen Altervon 81 Jahren.

Die Arbeiten Freises für die Affhüppenkapelle

Weihrauchfass und Schiffchen
Weihrauchfass und Schiffchen
Messkännchen
Ziborium

Neben seinen Arbeiten für die Kirchen in Freckenhorst, Milte, Füchtorf und Warendorf (St. Laurentius) war er wesentlich an der Ausstattung der Affhüppenkapelle beteiligt. Stilistisch sind die Arbeiten Freises zumindest bis zum zweiten Viertel des 19. Jahrhunderts dem Klassizismus verschrieben. Erst allmählich setzte sich bei den Warendorfer Silberschmieden der allgemein in Westdeutschland festzustellende neobarocke Stil durch.
Die Arbeiten, die Freise im Auftrage der Familie Scheffer-Boichhorst in
den Jahren 1845-1849 für die Affhüppenkapelle schuf, zeigen schon sehr
deutlich diese neobarocken Tendenzen. 1845 lieferte Freise als erste Arbeiten
für die Affhüppenkapelle eine aus Silber getriebene und gegossene Sonnenmonstranz, die anschließend vergoldet wurde, und ein auf 1845 datiertes Weihrauchfaß. Das zum Weihrauchfaß zugehörige Weihrauchschiffchen mit Löffel ist auf 1847 datiert und wurde wohl erst später von der Familie Scheffer-Boichhorst in Auftrag gegeben. Auf das Jahr 1846 datiert ist eine sogenannte Meßpollengarnitur, bestehend aus einem Tablett und je einem Kännchen für Wein und Wasser. Die Zuordnung zur Affhüppenkapelle und zu den Auftraggebern ist hier und bei der Sonnenmonstranz sehr eindeutig, da auf diesem liturgischen Gerät jeweils das Wappen der Familie Scheffer-Boichhorst eingraviert ist. Als letzte katalogisierte Arbeit für die Affhüppenkapelle schuf Johann Bernhard Georg Freise einen auf 1849 datierten Kelch, der wie die Sonnenmonstranz aus Silber getrieben, gegossen und anschließend vergoldet wurde. Neben diesen liturgischen Gerätschaften, die heute, nach Aufgabe der Affhüppenkapelle, in den Besitz der Pfarrgemeinde St.
Laurentius übergegangen sind, ist noch eine weitere Arbeit Freises für die Familie Scheffer-Boichhorst bekannt, die vor einigen Jahren über ein Auktionshaus zum Verkauf angeboten wurde. Es handelt sich hierbei
um ein Missale, ein Meßbuch also, dessen Einband und Schließe in einer
sehr aufwendigen Treibarbeit von Johann Bernhard Georg Freise gearbeitet
wurde. Auch diese Silberschmiedearbeit trägt das Familienwappen Scheffer-
Boichhorst. Somit kann mit Fug und Recht behauptet werden, daß die
wesentlichen liturgischen Geräte für die Ausstattung der Affhüppenkapelle
in Warendorf aus der Hand eines einzigen Warendorfer Meisters, nämlich
aus der Hand von Johann Bernhard Georg Freise stammen. 

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