Zur Navigation
Service-Navigation
DeutschFranzösischEnglischNiederländisch

Kunstobjekt des Monats Juli

Flache Irdenschale


„Kunstwerk des Monats“ – so ist die Reihe übertitelt, mit der die Stadt Warendorf monatlich ein Artefakt aus städtischem Besitz in das Bewusstsein ihrer Bürger rücken möchte. Von der Kupfermünze bis zum Hausaltar, vom Kinderspielzeug bis zum Ölporträt reicht dabei das Spektrum der kulturgeschichtlich bedeutenden Exponate, die jeweils für vier Wochen im Mittelpunkt des Interesses stehen und den Blick auf das reiche kulturhistorische Erbe der Stadt lenken sollen.  

Ein flache Irdenschale ist Kunstwerk des Monats Juli und ist ab Montag, 8. Juli in der 1. Etage der Stadtverwaltung, Lange Kesselstraße 4-6, zu sehen.

Die flache Irdenschale hat einen Durchmesser von 28 cm und eine Höhe von 4,6 cm und wurde aus rotem Ton gebrannt und glasiert. Auf der Unterseite weist die Schale einen 11 cm messenden glatten Fuß auf. Der rote Grundton der Glasur ist im Inneren mit einer Verzierung versehen. Diese Bemalung wird aus dünnflüssigem Ton mit einem Malhorn aufgetragen und ist leicht erhaben und plastisch.

Die Bemalung zeigt, von einem mittig, aus grünen Punkten gebildeten Kreuz ausgehend, blattähnliche Verzierungen. Zwischen den Kreuzarmen wachsen braune Blumenmotive mit einem Blumenstängel, zwei Blättern und einer aus fünf schwarzen Punkten bestehenden Blüte hervor.

Acht kleinere, aber ebenfalls aus braunen Stängeln, zwei Blättern und einem aus fünf schwarzen Punkten bestehende Blüten bilden zusammen mit grünen v-förmigen Haken mit einem Punkt davor, den Rand der Schale. Dieser Rand, der auch als Fahne bezeichnet wird, ist mit einem gelben Wellenband verziert.

Die Irdenschale lässt sich in das späte 18. bzw. frühe 19. Jahrhundert datieren. Die unter der aktuellen Inventarnummer 90/153 vormals 76/143 geführte Irdenschale scheint aus den Anfängen der musealen Sammlung des Stadtmuseums zu stammen. Sie trägt auf der Rückseite auf einem Papierschild die Nummer 251, wie sie auf vielen der alten Museumsobjekte zu finden ist. Die Mitglieder des ersten Warendorfer Heimatvereins listeten seit 1902 in den von ihm herausgegebenen Warendorfer Blättern die Objekte auf, die neu in die Sammlung des Vereins aufgenommen wurden.

Ob sich diese Schale der Produktion der Töpferfamilie Rensing zuordnen lässt, ist nicht abschließend zu klären. 1710 kam aus Ochtrup der Töpfermeister Rensing nach Warendorf und gründete in der Kirchstraße sein Geschäft. Anfang des 19. Jahrhunderts erlosch aber der Brennofen auf Grund des allgemeinen wirtschaftlichen Rückgangs.