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Kategorie: Pressemitteilung, Leben in Warendorf, Rathaus, 06.03.2019,

Stadt Warendorf beteiligt die Öffentlichkeit bei der Ideenfindung für die weitere Entwicklung der Industriebrache Brinkhaus


Ideenfindung zur Industriebrache Brinkhaus

Ideenfindung zur Industriebrache Brinkhaus

Die Stadt Warendorf hat zwei Planungsbüros aus Dortmund mit einem Moderationsverfahren beauftragt, um die Öffentlichkeit an der Neugestaltung des Werksgeländes der ehemaligen Textilfabrik Brinkhaus und der Einbeziehung dieser Neunutzung in ein Konzept für die „Neue Emsinsel“ zu beteiligen. „Wir erhoffen uns durch das Moderations- und Werkstattverfahren in eine offene Diskussion zu kommen und Akzeptanz für die unterschiedlichen Positionen herstellen zu können“, so Bürgermeister Axel Linke. Die Büros STADTRAUMKONZEPT und REICHER HAASE ASSOZIIERTE haben Anfang Januar 2019 ihre Arbeit aufgenommen. Ziel des Verfahrens ist eine städtebaulich-freiraumplanerisch sinnvolle, tragfähige und umsetzbare Lösung zur weiteren Entwicklung der Industriebrache zu erarbeiten und einen Konsens zwischen Bürgerschaft, Stadtverwaltung, Eigentümer und Politik zu finden. Das Ergebnis aus diesem Verfahren bildet die Grundlage für einen späteren politischen Beschluss. 

Das Werksgelände gehörte bis zum Jahr 2011 zur Textilfabrik Brinkhaus. Die Produktion wurde bereits 2004 eingestellt, entsprechend wird das Gelände schon seit dieser Zeit als Industriebrache wahrgenommen. Das Garagengebäude ist derzeit von der Stadt Warendorf für die Feuerwehr Nord angemietet. Das Pförtnerhaus wird von einem Taxiunternehmen genutzt. Alle weiteren Gebäude stehen leer und sind teilweise einsturzgefährdet. Im Jahr 2017 hat das Bauunternehmen Arning aus Steinfurt das Gelände vom damaligen Insolvenzverwalter erworben. 

Um die Industriebrache zu entwickeln, müssen zunächst die unterschiedlichen Interessen zusammengebracht werden. Der Stadt Warendorf kommt dabei die Aufgabe zu, über ein Bauleitverfahren die städtebauliche Entwicklung und die Neuordnung der Fläche zu steuern und damit die zukünftige Nutzung der Fläche mitzugestalten. 

„Zur Entwicklung der Industriebrache und dessen Einbettung in die Neue Emsinsel gibt es unterschiedliche Meinungen“, so Stadtplaner Henrik Freudenau vom Büro STADTRAUMKONZEPT. „Unsere Aufgabe besteht darin, die Positionen unterschiedlicher Interessenvertreter und Gruppierungen zur Entwicklung der Industriebrache Brinkhaus aufzunehmen und in den Untersuchungsraum und die weitere Nutzungsplanung einzubetten. Der Untersuchungsraum für den Auftrag erstreckt sich von der André-Marie Brücke im Westen bis zum Überlauf des Emssees im Osten. Die Nutzungsplanung erfolgt für das Werksgelände der ehemaligen Textilfabrik Brinkhaus.“ 

Bislang hat das Büro Einzelgespräche mit dem Eigentümer sowie Warendorfer Institutionen, Initiativen und Vereinen geführt. Eine Verwaltungsrunde mit Vertreter*innen der Stadt Warendorf und des Kreis Warendorf diente dem Austausch von Vorstellungen, Bedarfen und Restriktionen der einzelnen Sachgebiete für die Entwicklung der Fläche. Aktuell finden Gespräche mit den fünf politischen Fraktionen in Warendorf statt. „Für uns ist es wichtig, uns in kurzer Zeit einen möglichst umfassenden Überblick über die unterschiedlichen Positionen zur Entwicklung der Fläche zu verschaffen. Die Gespräche mit dem Arbeitskreis Neue Emsinsel, dem Heimatverein Warendorf, den Altstadtfreunden und vielen anderen Initiativen, wie z. B. Textilgruppe der Brinkhäuser, hat uns sehr geholfen ein erstes Bild zu bekommen und zu verstehen, welche Nutzungen für wünschenswert gehalten werden“, so Raumplanerin Anne Behlau vom Büro STADTRAUMKONZEPT. 

In den Findungsprozess sollen sich aber auch die Öffentlichkeit einbringen. Zum Auftakt der Öffentlichkeitsbeteiligung wird es einen Info-Stand an der Kreuzung der beiden Einkaufsstraßen Freckenhorster Straße / Münsterstraße, am Samstag, den 9. März 2019 von 11 bis 14 Uhr geben. Dort startet eine kleine Bürgerumfrage per Postkarte und Internet. Alle Warendorfer können bis zum 26. März ihre Vorstellungen für die Entwicklung der Industriebrache Brinkhaus und dessen Einbettung auf der Emsinsel nennen. Postkarten liegen am Info-Stand sowie an allen öffentlichen Stellen im Stadtgebiet aus. Die ausgefüllten Karten können im Quartiersbüro Altstadt am Krickmarkt 13 abgegeben oder in einen extra zu diesem Zweck aufgestellten Briefkasten vor dem Quartiersbüro eingeworfen werden. 

Aus den Gesprächen und der Öffentlichkeitsbeteiligung werden Positionen zur Entwicklung der Brache abgeleitet. Das Büro REICHER HAASE ASSOZIIERTE wird die unterschiedlichen Positionen grafisch aufbereiten und damit vergleichbar und diskutierbar machen. In einem weiteren Schritt wird das Büro unterschiedliche Szenarien für eine mögliche Entwicklung erarbeiten. 

Kern des Moderationsverfahrens sind zwei dreistündige Perspektiv-Werkstätten mit anschließendem Bürgerdialog am 11.5.19 und 29.6.19. In der ersten Werkstatt werden zunächst mit Interessensvertretern unterschiedliche Positionsentwürfe diskutiert, die direkt im Anschluss in einer Bürgerrunde öffentlich zur Aussprache gestellt werden. Aus den Ergebnissen erstellt das Büro REICHER HAASE ASSOZIIERTE dann für die zweite Perspektiv-Werkstatt unterschiedliche Szenarien. Diese verläuft nach dem gleichen Verfahren. Die Szenarien-Entwürfe für das Brinkhaus-Gelände und die Emsinsel werden vorgestellt und diskutiert. Den Abschluss des Verfahrens bildet eine Bürgerversammlung nach den Sommerferien am 29.8.19. 

„Im Rahmen der Sondierungsgespräche mit Warendorfern Initiativen und Vereinen wurde immer wieder der Verlauf der neuen Ems durch den Stadtpark angesprochen und diskutiert. Die Umlegung der Ems ist allerdings bereits seit 2016 politisch beschlossen und ist deshalb kein Thema im Moderations- und Werkstattverfahren. Der Prozess beschränkt sich auf die Entwicklung der Industriebrache im Kontext der Planungen“, so Herr Freudenau.

Website zur Bürgerumfrage